Der richtige Griff – der Schlüssel zur Vorbeugung von Überlastungen in Handgelenk und Unterarm

Der richtige Griff – der Schlüssel zur Vorbeugung von Überlastungen in Handgelenk und Unterarm

Ein guter Griff bedeutet nicht nur Kontrolle über den Schläger – er ist auch entscheidend für die Gesundheit. Viele Spielerinnen und Spieler in Schlägersportarten wie Tennis, Badminton oder Padel klagen über Schmerzen im Handgelenk oder Unterarm. Häufig sind falsche Technik oder ein zu fester Griff die Ursache. Überlastungen entwickeln sich schleichend und können im schlimmsten Fall zu langwierigen Verletzungen führen. Mit dem richtigen Wissen und ein paar gezielten Anpassungen lässt sich das jedoch vermeiden.
Warum der Griff so wichtig ist
Beim Schlag überträgst du die Kraft deines Körpers über den Arm auf den Schläger. Ist der Griff zu fest oder das Handgelenk in einer ungünstigen Position, entstehen unnötige Spannungen in Muskeln und Sehnen. Das kann zu Reizungen im Bereich des Ellenbogens (Tennis- oder Golferellenbogen) oder zu Schmerzen im Handgelenk führen.
Ein korrekter Griff sorgt nicht nur für Präzision, sondern auch für eine natürliche Bewegung. Ein lockerer, aber stabiler Griff ermöglicht bessere Kontrolle, schnellere Reaktionen und reduziert das Risiko von Überlastungen.
Finde den Griff, der zu dir passt
Es gibt nicht den einen „richtigen“ Griff für alle. Er hängt von der Sportart, dem Spielstil und der Handgröße ab. Dennoch gibt es einige allgemeine Empfehlungen:
- Tennis: Ein Continental oder Eastern Griff bietet Vielseitigkeit und schont Handgelenk und Unterarm bei Aufschlag und Volley.
- Badminton: Ein neutraler Griff, bei dem Daumen und Zeigefinger ein V auf dem Schlägerschaft bilden, ermöglicht schnelle Schlagwechsel und Flexibilität.
- Padel: Ein leicht offener Griff, bei dem du den Schläger nicht zu fest umklammerst, hilft, Vibrationen zu dämpfen und die Muskulatur zu entlasten.
Ein praktischer Tipp: Zwischen Handfläche und Griff sollte noch Platz für einen Finger sein. Ist das nicht möglich, ist der Griff zu klein – und das erhöht die Spannung in der Hand.
Typische Fehler vermeiden
Viele Spielerinnen und Spieler spannen unbewusst die Hand an, besonders in Drucksituationen. Das vermittelt zwar ein Gefühl von Kontrolle, bewirkt aber das Gegenteil: Ein zu fester Griff hemmt die Bewegung und belastet das Handgelenk stärker.
Weitere häufige Fehler sind:
- Den Schläger zu weit unten am Griff zu halten, wodurch das Handgelenk überstreckt wird.
- Einen zu schweren Schläger oder eine falsche Balance zu wählen.
- Erste Schmerzsignale zu ignorieren und weiterzuspielen.
Höre auf deinen Körper – kleine Anpassungen können große Wirkung haben.
Unterarmmuskulatur stärken und dehnen
Vorbeugung bedeutet nicht nur Techniktraining, sondern auch gezielte Kräftigung der Muskulatur, die Handgelenk und Unterarm stabilisiert. Einfache Übungen lassen sich zu Hause oder beim Aufwärmen durchführen:
- Handgelenkskreisen: Eine leichte Hantel oder einen Ball halten und das Handgelenk langsam in beide Richtungen kreisen.
- Gummiband-Übungen: Mit einem Trainingsband die Streckmuskulatur des Unterarms kräftigen.
- Dehnübungen: Das Handgelenk vorsichtig nach vorne und hinten beugen und kurz halten – das verbessert die Beweglichkeit und reduziert Spannungen.
Regelmäßiges Üben, besonders bei häufigem Training, beugt Überlastungen effektiv vor. Schon wenige Minuten täglich können helfen, längere Pausen zu vermeiden.
Das richtige Equipment als Teil der Lösung
Auch die Ausrüstung spielt eine wichtige Rolle. Wähle einen Schläger mit passendem Gewicht und Griffumfang, und achte darauf, dass der Griff nicht abgenutzt ist. Ein frisches Overgrip sorgt für besseren Halt und Komfort.
Zudem können vibrationsdämpfende Saiten oder Stoßdämpfer die Belastung auf Arm und Handgelenk reduzieren. Lass dich im Fachhandel oder von einem Trainer beraten – kleine Veränderungen können einen großen Unterschied machen.
Auf den Körper hören – rechtzeitig reagieren
Schmerzen im Handgelenk oder Unterarm sind Warnsignale, die du ernst nehmen solltest. Gönne dir eine Pause, dehne dich und überprüfe Technik und Ausrüstung. Wenn die Beschwerden anhalten, kann eine physiotherapeutische Untersuchung helfen, die Ursache zu finden und gezielt gegenzusteuern.
Vorbeugung bedeutet nicht, weniger zu spielen – sondern bewusster. Mit dem richtigen Griff, einer entspannten Hand und Aufmerksamkeit für die Signale deines Körpers bleibst du langfristig schmerzfrei – und hast mehr Freude am Spiel.










